Mein Flug ging in die größte Stadt Neuseelands, Auckland. Ich hatte bereits von Deutschland ein Starterpacket gebucht. Den mein Plan für Neuseeland ist Work & Travel. Es wurde mal Zeit auch auf meiner Reise etwas zuarbeiten. Das Work & Travel Visum hab ich ja. Damit mein Start einfacher wird, sollte mir gleich geholfen werden. In dem Starterpacket ist z.b. Bank Konto Eröffnung, Steuernummer beantragen, Job Vermittler, drei Übernachtungen im Hostel etc.
In Auckland angekommen ging ich gleich zum Hostel. Dort lernte ich gleich einen anderen Deutschen kennen der mir gleich paar Tipps für die Job Suche gab.
Ich musste erstmal bis Montag warten bis die Einführung begann. Zeit genug mir Gedanken zu machen welche Art von Job ich suche und machen würde. Die zwei Tage vergingen wie im Flug und war trotzdem nicht schlauer, auch nicht nach der Einführung. Meine erste Tätigkeit war erstmal ein englischer Lebenslauf. Ohne diesen finden ich keine guten Job. Ich blieb noch eine Woche in Auckland und hoffte weitere Backpacker kennenzulernen die in etwa die gleichen Pläne wie ich haben. Ich fand auch paar Leute aber entweder waren die erst 18/20 Jahre oder hatten andere Pläne. Ich machte paar Touren in der Stadt mit. Pub Crawl (Kneipentour) lernte ich paar Leute kennen aber die waren zum größten Teil auf Party aus. Couchsurfing Event war super da die Leute älter waren. Da lernte ich Jin aus China kennen der in Auckland studierte und derzeit ebenfalls auf Job Suche ist. Es war mein erster Event mit Couchsurfern und sicherlich nicht mein letzter.
Was ist Couchsurfing? Das ich eine Kommunitie wo man anderen Reisenden eine Übernachtung anbieten kann oder selbst nach einer sucht. Man kann aber auch sich mit den Leuten nur treffen die in der Stadt leben und einen rum führen (kostenloser Tour Guide). Ich machte wieder bei der Free Walking Tour mit, wo ich Dominik aus Coburg kennenlernte. Er startete selbst vor paar Tagen in Neuseeland und wir haben in etwa die gleichen Pläne und das gute ist, dass er 29 Jahre ist und schon Reise Erfahrungen gesammelt hat. Vielleicht ist er mein Reisepartner für die nächsten Monate. Mal schauen! Die Woche verging so schnell und ich war weiterhin nicht schlauer. Mein Job Vermittler war auch nicht gerade der schnellste und ich merkte, dass ich eher selbst suchen sollte. Sonst wird das evtl zu lang dauern.
Was ich musste, ich muss aus der Stadt raus. Auckland machte immer mehr verrückt (gedanklich). Dominik und ich planten erstmal eine Woche raus aus der Stadt. Er fand ein Farm Hostel welches nur 12 km außerhalb lag. Es ist eine Wwoofing Farm die auch normale Backpacker aufnehmen. Obst und Gemüse werden dort angepflanzt und von den Wwoofern betreut und verwaltet.
Was ist Wwoof: World Wide Opportunities on Organic Farms (weltweite Möglichkeiten auf Biobauernhöfen zu arbeiten). Eine Organisation, die freiwillige Helfer für ökologische Bauernhöfe vermittelt. Wwoofer konnten z.b. arbeiten für kostenlose Übernachtung und Essen. Meistens auf Bauernhöfen und Farmen.
Ob das was für mich ist, muss ich mir zumindest mal ansehen. So komme ich zumindest mal aus der Stadt raus. Wir buchten in dem Hostel erstmal eine Woche.
Am nächsten Tag fuhren wir auch schon dort hin. Dort angekommen wurden wir erstmal rumgeführt und uns erklärt was alles angepflanzt wird.
Wir haben Frühstück und Abendessen sowie täglich Obst inklusive. Optimal für uns da mussten wir schonmal nicht selbst einkaufen. Die Wwoofer machten die Arbeit. Insgesamt können 15 Backpacker dort hausieren und 15 Wwoofer aufgenommen werden (die in Zelten schlafen). Die Backpacker zahlen natürlich für die Übernachtung, ist nicht kostenlos. Der größte Teil der Leute sind deutsche aber es wird zu 90% englisch gesprochen. Soll mir recht sein.
Das erste Abendessen war etwas komisch für mich. Wie aßen auf Bodenmatten und machten paar Vorstellungsspielchen. Das Essen war rein Vegan und als Dessert gab es Avocado-Schokoladen Mousse (mega lecker). Ich fühlte mich etwas wie auf einer Hippie Kommune :-). Mal schauen wie die restlichen Tage werden. Dominik und ich verstanden uns recht gut und planten unsere Reise zusammen zu tätigen.
Wir machten uns viele Gedanken wie wir Reisen wollen. Da er länger unterwegs sein wird beschlossen wir uns ein Auto bzw ein Van zukaufen. Er kauft den Wagen und ich zahle Ihm etwas wöchentlich + Sprit.
Nach paar Tagen kannte ich alle Leute im Fat Cat (so heißt die Organic Farm). Die Leute sind mega klasse. Paar Leute gingen, neue kamen und ich wurde immer entspannter. In der Nähe vom Hostel liegt die kleine Stadt Piha die einen wunderschönen Strand hat. Auf dem Weg dort hin gibt es aber noch einen "Secret Beach" welcher keinen offiziellen Namen hat weil dieser versteckt ist (Secret halt). Um an diesen Strand zu gelangen muss man erst auf einen Berg hoch und dann runter laufen. So wurde mir es zumindest gesagt. Dominik, Merike und ich beschlossen dort hin zugehen. Nachdem wir unsere kleinen Rucksäcke gepackt hatten liefen wir Richtung Piha. Bis dahin zu laufen dauert paar Stunden daher beschlossen wir nach Piha per Anhalter zufahren. Wir "hitchhike" zu dritt an der Straße zu Piha und ein freundlicher Herr aus Auckland nahm uns mit. Hitchhiking ist in Neuseeland erlaubt, nicht wie in Australien. Mein erster Hitchhike und das schon nach 10 min warten an der Straße. Der Herr, ein Lehrer kannte angeblich diesen Secret Beach aber es stellte sich heraus, dass er einen anderen Strand meinte. Er brachte uns dann an die Spitze des Berges zum richtigen Secret Beach. Dort angekommen suchten wir dann nach dem geheimen, versteckten Weg zum Strand. Die Aussicht nach unten war klasse und nachdem wir paar Bilder gemacht hatten gingen wir los. Der Abstieg dauerte fast 3 Stunden und es war eher klettern (climbing), als laufen (hiking). Gut das wir richtige Schuhe trugen. An manchen Stellen wurden Seile angebracht da es steil runter ging. Wir ließen uns Zeit zum Abstieg.
Unten angekommen wurden wir mit einem großen Smile'y begrüßt. Jemand hat zuvor in den Sand ein Smile Zeichen in den Sand geschrieben. Es gab nur diesen einen Weg zum Strand. Wir besichtigen als erstes die Hölle da wir vor der Flut rein wollten. Stockdunkel und das Handy Licht brachte uns nicht viel. Nach 5 min waren wir dann am anderen Ende direkt am Wasser. Eine zweiter Weg führte uns in einen größere Hölle wo von oben Licht durch scheinte.
Dann ging es zum Strand und die erste weiteren Leute kamen uns schon entgegen. Herrlicher Tag am Strand jedoch viel zu kalt um zu schwimmen. Nach paar Stunden ging es auch schon wieder den Berg hinauf und zurück zum Hostel.
Die Tage vergingen wie im Flug. Wie Reise ich in Neuseeland weiter? Diese Frage beschäftigte mich über eine Woche. Ein Auto oder Van muss her. Dominik und ich schauten gemeinsam nach einem Van in dem wir schlafen und reisen können. Automarkt war nicht so erfolgreich und die Anzeigen im Internet gut aber leider meldeten sich die Leute fast nie zurück. Nach paar Tagen wurden die Ansprüche an den Van immer größer. Kühlschrank, viel liege Platz oder doch eher ein Wohnwagen mieten. Mir ging es immer mehr auf die Nerven und ich wollte nur noch raus. Mit Dominik habe ich mich anfangs gut verstanden aber mit der Zeit ging er mir ebenfalls auf die Nerven. Ich beschloss selbst nach einem Auto für mich zu suchen. Meine Zeit in Neuseeland wurde immer kürzer und ich wollte nicht noch länger im Hostel bleiben. Dominik und ich suchten daher getrennt. Wir gingen erneut auf den wöchentlichen Automarkt. Dann fand ich mein Auto.
Ein Nissan Prairie 1996 mit einem Kingsize Bett und Ausstattung zum Reisen. Ein holländisches Paar will diesen verkaufen. Mir gefiel das Auto und ich machte eine Probefahrt. Ja ich will dieses haben. Am nächsten Tag ging es zur Werkstatt für einen Check. Das Paar wollte es zwar nicht aber ich kaufe kein Auto ohne vorher dieses prüfen zu lassen. Zwei Teile müssen ausgetauscht werden und ich konnte somit ein Kaufpreis drücken. Paar Tage später war es soweit. Kaufabwickelung und Umschreibung waren schnell gemacht und war der neue Besitzer.
Ich konnte endlich meine Reise weiter machen. Wohin!?!?
Erstmal in den Norden in Richtung Bay of Island und an die Nordspitze Cape Reinga.
Zuvor hatte ich mich mit vielen im Hostel unterhalten wer ebenfalls in den Norden fährt. Jil und Frauke sowie Froni und Leon hatten die gleichen Pläne jedoch sind die zwei Tage vor mir gestartet.
Nachdem ich Auckland verlassen hatte führte mich mein neues Auto erstmal an paar Städte in den Bay of Island (keine echte insel) wo ich erstmal Camping Erfahrungen machte. Hatte bis auf einen Schlafsack alles im Auto. Die erste Nacht war doch eher kalt (direkt am Strand) und ich kaufte mir gleich einen richtigen Schlafsack den es wird bald Herbst und die Nächte immer kühler. Nach drei Tagen verabredete ich mich mit den vier Leuten auf einem Campingplatz in der Nähe von Cape Reinga. Ich war zwar froh nach den Tagen nicht mehr allein zusein aber gestört hat es mich nicht.
Am nächsten Tag führen wir zu Nordspitze welche keine 30 min entfernt war. Der Ausblick war super schön und wir sahen wie das Tasmanische Meer mit dem Pazifik zusammen kommt. Die Farbe der beiden Meere war unterschiedlich und wie sahen wie die Wellen immer wieder zusammen stoßen. Auf dem Rückweg vom Leuchtturm machten wir noch eine Wanderung runter zum Strand und bis ganz an die andere Seite. Lt. Plan ist das in 3 Stunden gemacht. Es wurden jedoch fast 5 Stunden daraus und die Sonne strahlte uns heftig an. Wir waren fast die ganze Zeit allein am Strand unterwegs.
Dann ging es schon wieder zurück zum Camp und wir schauen dort den Sonnenuntergang an. Direkt neben dem Camp war ein Berg den wir am nächsten Morgen gleich erklimmten um den Sonnenaufgang anzusehen. Dann wurde es auch wieder Zeit weiter zu fahren. Wir trafen uns dann wieder auf einem anderen Campingplatz wo es Kiwi's (die Tiere) gibt. Auf unserer Nacht Wanderung welche direkt neben dem Camp startete hatten wir die Möglichkeit welche zu sehen. Ausgestattet mit einer Rotlicht Taschenlampe streiften wir durch den Wald und sprachen kein Wort um die Kiwi's zu erschrecken. Nach fast einer Stunde warten und lauschen hatten wir das Glück einen zu sehen. Dieser kam bis auf 5 m auf uns zu und wir beobachtete ihn paar Minuten lang bis er wieder tief in den Wald lief.
Die Wege trennten sich auf dem Weg zurück Richtung Auckland. Jil und Frauke führen direkt nach Coromandel und Froni und Leo hitchhiken Richtung Süden weiter. Ich plante für einen Tag nach Auckland zu fahren wegen meinen Papieren für die Auto Versicherung. Auf dem Weg bekam ich leider von einem anderen Fahrzeug einen Steinschlag. Nach zwei Tagen wurde es leider ein Riss in der Scheibe und über die Nacht wurde dieser auch größer. So ein Mist. Ich ging gleich zu meiner Versicherung aber ich musste bereits, dass es nichts wird. Meine Versicherung übernimmt nur die Kosten für Steinschlag, wenn dieser repariert werden kann. Da ich jedoch einen Riss hatte musste ich meine Frontscheibe austauschen lassen. Nach dem Wochenende ging ich gleich zu "Car glass" aber meine neue Scheibe ist frühstens am Freitag da. Oje fünf Tage warten. Also zurück zum Fat Cat Hostel. Dominik war ja noch dort und hatte weiterhin kein Auto. Ich schlief kostenlos auf dem Parkplatz und konnte die sanitären Einrichtungen nützen. Aufgrund von Umstrukturierung im Hostel konnte ich nicht als Backpacker einchecken. So sparte ich zumindest Geld für die Frontscheibe. Freitag war es endlich soweit und meine neue Frontscheibe wurde eingebaut. Ich startete direkt dann meine Tour nach Coromandel. Wo und welche Strecke ich gefahren bin werdet ihr bald auf einer neuen Karte sehen können.
Next: Hobbiton, Wai-o-tapu und Wellington (Wiedersehen mit einem alten Reisepartner aus Thailand)
Hallo zurück :-) schön von dir wieder was zu lesen. Mit dem Auto hattest du echt Glück gehabt, er soll dich ohne weitere Zwischenfälle weiter bringen. Danke für die wunderschönen Landschaft- und Naturfotos. Auf weitere spannende Tage. Liebe Grüße von allen.
AntwortenLöschenDa bist du ja wieder ! Wie schön von dir zu lesen.Pech mit deinem Auto aber jetzt hast du immer dein eigenes “Zimmer“bei dir.Ich wünsche dir gute Fahrt und einen super Job.Liebe Grüße,Anita
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