Montag, 29. Juni 2015

Back in Wellington und Auckland

Die Fähre legte um 23 Uhr in Wellington an und ich traf mich mit Frauke und Jil noch am selben Abend. Wir zogen wieder gemeinsam durch die Bars in Wellington und ich schlief wieder auf meinem Platz, wo ich bereits bei meinem ersten Besuch in Wellington war. Ich blieb das Wochenende in Wellington und besichtigte erneut das Te Papa Museum. Dieses mal war die Ausstellung über die Schlacht von Gallipoli. Die ausgestellten Figuren waren riesig und sahen wie echt aus. Hoffe ihr könnt das auf den Bildern erkennen. Die beiden Mädels waren die ganze Zeit über in Wellington da beide Jobs als Zimmermädchen hatten. Auf der einen Seite, gutes Geld aber vom Land haben beide nicht mehr gesehen. Wellington ist schön und man kann viel sehen aber zum Leben ist die Stadt nichts für mich. Das Wochenende verging und ich machte mich auf dem Weg. Ich wollte bis zum nächsten Wochenende in Auckland sein.
Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück mit den Mädels hieß es "Good Bye". 
Mein Ziel war Whanganui. Eine kleine Stadt direkt am Meer. Die Fahrt begann und endete im Regen. Leider fand ich in der Stadt keinen Campingplatz und ich beschloss noch etwas weiter zu fahren. In Hawera machte ich dann Pause und ging abends mal ins Steak House. Super leckeres Schnitzel mit Pommes und "Kartoffelsalat". Zum ersten Mal Kartoffelsalat seit fast 8 Monaten :-). 
Die Stadt war recht klein und es gab nichts besonderes, daher fuhr ich gleich weiter. Auf dem Weg nach New Plymouth kann man den Mount Taranaki sehen. Leider nicht an diesem Tag. Nebel und Regen. Ich machte in New Plymouth eine Pause und wartete den Regen ab. Es sollte am nächsten Tag nicht regen. Dem war glücklicher Weise auch so und ich konnte den Taranaki sehen. Einen Ausflug auf die Spitze wollte ich gerne machen aber mir viel die Zeit. Ohne Stress für den Walk braucht man zwei Tage. Keine passenden Klamotten für die schneebedeckte Spitze und Regen ist wieder sehr wahrscheinlich. 
An diesem Tag merkte ich für mich, dass meine Camping Zeit vorbei ist. Ein warmes Haus ist jetzt eher, dass was ich will. 
Auf dem Weg von New Plymouth nach Hamilton gibt es die Waitomo Caves. Eine riesige Höllen Anlage, Glühwürmchen Höllen und Kletteranlage. 
Googlet Waitomo Caves und schaut euch die Bilder der Glühwürmchen Hölle an. Bilder konnte ich mit dem Handy nicht machen :-( 
Ich besichtige selbstverständlich die Glühwürmchen Hölle und noch die Ruakuri Hölle. 
Ich suchte mir wieder für die Nacht einen Campingplatz welcher nur 7 km entfernt war. In der App, wo ich nach Campingplätzen schaute, hatte jemand zuvor eine Nachricht vermerkt (Achtung fahrt nicht zu weit in den Rassen, unser Auto und noch paar andere sind im Rassen stecken geblieben). Ich machte mich auf dem Weg zu diesem Campingplatz weil dieser der nächstliegende war. 
Abends im dunkeln kam ich dort an. Keine Beleuchtung und die Autos die dort parkten waren ebenfalls dunkel. Ich passierte die ersten drei Autos und parkte mein's direkt daneben. Ups ich war mit meinen Vorderrädern im Rassen. Ich versuchte gleich wieder rückwärts zu fahren (ohne Erfolg). Mein Auto steckte mit den Vorderrädern fest. Na super, kann doch nicht war sein und ich hatte doch die Warnung gelesen!!! Jetzt zu dieser Zeit kann ich erstmal nichts machen. 
Nach einer schlaflosen Nacht im Auto mit Regenschauer wachte ich kurz vor 7 Uhr auf. Es waren glücklicher Weise noch paar Auto's da. Ich versuchte mit Holz Ästen, den Rädern einen stabilen Grund geben, aber ohne Erfolg. Ich wartet ab bis die anderen Leute aus ihren Autos erwachten. Die Leute direkt neben mir, hatten das gleiche Problem wie ich. Ein weiteres Paar war ebenfalls aufgewacht und wir versuchten mein Auto zu schieben. Ohne Erfolg, dann versuchten wir es gemeinsam bei meinen Nachbarn. Bei den war es gleich draußen. :-( 
Leider hatte niemand ein Seil und das französische Paar musste weiter fahren. Ich bekam einen Tip von einem Portugiesen. Fahr tiefer nach vorne in den Rassen und dann gleich zur Seite! Mmmhhh tiefer in den Rassen, wirklich? Wenn das nicht klappt sind alle Räder im nassen Rassen. 
Mir blieb nichts anderes übrig. Ich startete den Wagen und fuhr zwei Meter gerade und leicht rechts..... Juhu Frei!!! So viele Gedanken mit abschleppen und länger warten waren umsonst. Einfach mal Risiko gehen (fahren :-)) 
Mein nächstes Ziel ist Hamilton. Eine sehr schöne Stadt gebaut auf mehreren Hügeln. Die Sonne war wieder da und die Temperaturen stiegen wieder um so weiter ich nördlich fuhr. Ich besichtige die Hamilton Gärten (ein große Gartenanlage) mit unterschiedlichen Gärten aus verschiedenen Ländern. Darunter auch ein Rosengarten der sehr schön sein muss (aber nicht im Winter, keine Rosen Zeit ;-)). Ich blieb auch hier eine Nacht da mein Rücken von der ganzen fahrerei immer mehr Probleme bereitet. Am nächsten Morgen waren es nur noch drei Stunden und ich war zurück in Auckland. Mein Ende der Reise rückte immer näher. 
Mich zog es gleich zurück ins Fat Cat. Zurück zu den Hippies :-)
Als ich die Tür betrat freute ich mich zu sehen wie die neuen Leute dort sind. Mein Eindruck war gleich erdrückend. Die sieben Leute die ich sah, lasen Bücher und keiner redete miteinander. Mmmhhh
Ich checkte gerade ins Fat Cat für drei Nächte ein, als plötzlich Ina um die Ecke kam. Wir planten gemeinsam an diesem Tag in Hostel zugehen. Ina hatte noch eine Woche und ich insgesamt fast drei Wochen in Auckland.
Ja drei Wochen Auckland und das nur damit ich hier mein Auto verkaufen kann. Das Auto muss weg bevor ich nach Hause fliege. Am nächsten Tag ging es für mich zum Mechaniker, da ich für den Verkauf eine neue WOF benötige (eine kleine Version vom TÜV). Er schaute sich dieses an und paar Stunden später wollte ich es abholen.
Leider fand er paar Sachen am Auto, die erst repariert werden müssen. Ohne Reparatur kein neue WOF. Verdammt schon wieder Geld ins Auto stecken. Ich weiß ja noch nicht wieviel ich dafür bekomme....
Nach zwei Tagen konnte ich mein Auto abholen und dieses zum Verkauf anbieten.
So jetzt nur noch abwarten, dass sich die Leute melden.

Ein weiteres großes Wiedersehen war geplant aber nicht mit jemanden, den ich auf meiner Reise kennengelernt habe, sondern aus Deutschland. Vor mehr als 18 Jahren wohnte ich mit einem Mädchen im gleichen Haus. Barbara hatte ich seit dem nicht mehr gesehen aber Sie wusste, dass ich in Neuseeland bin und jetzt war bzw ist Sie auch in Auckland für eine längere Zeit zum arbeiten.
Wir verabredeten uns am Sky Tower in Auckland City und sahen uns nach langer langer Zeit wieder. Wir unterhielten uns stundenlang über Gott und die Welt bis es wieder anfing zu regnen. Der Tag verging so schnell und ich plante einen weiteren Umzug. Ich verließ nach drei Tagen Fat Cat und zog zum Tony. Tony sucht derzeit einen Mitbewohner für eine längere Zeit. Er sagte mir zu, dass ich für 2/3 Wochen zu ihm ziehen kann. Ich hatte mein eigenes Zimmer, Internet, Waschmaschine etc. Essen muss ich selbstverständlich selber machen und kaufen aber ich war froh ein Dach über den Kopf zu haben. Ich hätte auch im Fat Cat bleiben können aber das war erstens teurer als beim Tony und des weiteren, ich muss mir nicht das Zimmer mit anderen Leuten teilen und auf Vegane Küche für fast drei Wochen habe ich keine Lust.

Die erste Woche verging und bis dato hatte sich niemand auf mein Auto gemeldet. Am Sonntag versuchte ich es auf dem Auto Markt, wo ich auch mein Auto gefunden hatte. Leider regnete es den ganzen morgen, dass fast keine Leute sich Auto's ansahen. Die Zeit wird langsam knapp. Ich ging mit dem Preis runter aber dies brachte leider auch nicht viel mehr. Kein Stress, noch habe ich Zeit und paar weitere Möglichkeiten um es loszuwerden.
Meine letzte Woche in Auckland begann. Zweiter Versuch auf dem Auto Markt. Die erste Stunde lief recht gut, paar Leute schauten sich mein Auto an aber keiner machte mir ein Angebot. Entweder das Auto ist alt oder zu klein. In der letzten Stunde auf dem Markt bekam ich zwei Angebote. Das Ehepaar welches mir das beste Angebot machte wollte einen Tag darüber nachdenken. Zwei Tage später hatte ich nichts gehört und fragte nochmals nach. Sie haben ein anderes Auto gefunden. Na toll, wieder nichts. Ich hatte noch ein Angebot welches aber nicht sehr gut war. Ein Kiwi (so werden die Bewohner Neuseelands auch genannt) suchte nach einem Auto für seinen Sohn. Ich rufte Ihn an und er wollte das Auto noch am Abend mit seinem Sohn ansehen. Wir machten eine Probefahrt und einigten uns dann auf einen Preis von 900 $. Oh mein Gott, ich verkaufe mein Auto für 900 $ welches ich im Februar für 3000 $ gekauft hatte. Da ich jedoch nur noch eine Woche Zeit habe um mein Auto zu verkaufen blieb mir nichts anderes übrig. Auf der einen Seite mega glücklich, dass das Auto weg war aber auf der anderen Seite ein großes minus Geschäft gemacht. Schließlich hatte ich auch paar Reparaturen gehabt.
Naja, das Freiheitsgefühl war größer als die Gedanken über das Geld.

Nachdem ich mein Auto los war, wurde es Zeit, die letzten Tage zu genießen. Regen, nebel und schnupfen. Ganz toll. So sollte meine letzte Woche nicht enden. Nachdem ich mir Medikamente besorgte und zwei Tage flach lag, ging es mir auch schon besser.
Ich ging fast täglich in die Stadt um für Zuhause Souvenirs zu besorgen.
Ich begann meinen Rucksack zu packen und merkte schnell. Meine Klamotten die ich fast immer an hatte müssen weg!!! Die Hälfte der Sachen wanderte direkt in den Müll.
Neue Klamotten hatte ich sowieso mit der Zeit gekauft und nach fast 4 Monaten ohne Rucksack tragen hatte ich fast kein Platz mehr. Mein letzter Tag in Auckland begann gleich mit einer schlechten Nachricht. Tony mein Mitbewohner konnte mich nicht zum Flughafen fahren da er früher als geplant zur Arbeit musste. Ich machte mich mit gepackten Sachen auf dem Weg in die Innenstadt und dann direkt zum Flughafen.

Good Bye New Zealand, du bist und warst eine große Herausforderung für mich.
Ein wunderschönes, atemberaubendes, gastfreundliches Land mit vielen Sehenswürdigkeiten von A bis Z. Wir werden uns eines Tages Wiedersehen!

Next: Mein Fazit über mich und meine Highlights (von Zuhause).


Samstag, 6. Juni 2015

Südinsel mit seinen Schafen und Erdbeben

Die Fähre von der windigen Stadt Wellington ins regnerische Picton dauerte ca 4 Stunden. Bei heftigen Seegang kann einem schon mal übel werden. Wir wurde es zumindest unwohl. Ich blieb keine Stunde in Picton und mein Auto führte mich gleich weiter. Ich merkte sofort, dass Flora und Fauna von der Südinsel anders war. Erstmal viel brauner und trockener aber zugleich wärmer als gedacht. Glücklicher Weise regnete es nach Picton nicht mehr. Mein Ziel war erstmal Kaikoura. Von Picton nach Kaikoura sind es gerade mal 160 km und in zwei Stunden abgefahren, dachte ich mir. Leider war die Strecke dermaßen kurvig, dass ich 4 Stunden brauchte um endlich anzukommen. Ich wurde dort bereits erwartet. Franzi, meine Reisebegleiterin aus Thailand und Laos wartet auf mich. Wieder ein schönes Wiedersehen alter Wegbegleiter nach all der Zeit. Wir quatschen bei einem gemütlichen Bier über unsere Erlebnisse und Wege und verabredeten uns gleich für den nächsten Tag wieder. Franzi buchte eine Angeltour im voraus und ich verbrachte einen gemütlichen Tag am Strand von dem Campingplatz wo ich mal wieder im Auto schlief. Zur Mittagszeit verabredeten wir uns am Strand zum Fish und Chips essen. Franzi fing auf ihrer Tour mehrere Fische die Sie mitnehmen durfte.
Kaikoura ist die Stadt in Neuseeland mit dem besten und Leckerstem Fish & Chips Geschäften. Viele Kiwi's fahren den langen Weg dorthin um essen zu gehen. Die Geschäfte bieten einem sogar an, den selbstgefangen Fisch zu zubereiten (für paar Dollar). Franzi machte dies und wir genossen die Sonne und das leckere Essen.
Franzi erhielt desweiteren eine Einladung für den Abend zum Essen von dem Anglerguide und durfte sogar noch jemanden mitbringen.
Perfekt für uns beide. Wir fuhren dort hin und wurden sehr freundlich empfangen. Der Angler lebt dort mit seiner Familie und hat derzeit zwei Wwoofer (freiwillige Helfer für kostenlose Übernachtung und Essen). Die zwei Wwoofer werden gerade ins kochen eingeteilt und machten uns das Essen für den Abend.
Hummer, Krebse, Fisch und Muscheln und das alles mega frisch. Unglaublich lecker und mega viel, zu viel vielleicht. Den dann erst kam das Abendessen (Rinderbraten, Kartoffeln und Salat). Wir waren mehr als satt und erstaunt, was uns alles serviert wurde. Ein herrlicher Abend.
Am nächsten Tag machten wir uns gemeinsam nach Christchurch. Franzi hatte nachmittags ihren Flug nach Australien. Wir machen noch ein Stop am Strand. Die Straße da hin sah auf den ersten Blick gut aus, jedoch dem war nicht so.
Der Sand war zu weich und dann passierte das was ich kommen sah. Mein Auto blieb im Sand stecken. Oh Shit!!!
Wir hatten noch etwas Zeit zum Flughafen aber was ist wenn ich nicht raus komme.
Wir gruben mit unseren Händen aber ohne Erfolg. Mit dem Auspuff im Sand. Keine Chance mit graben. Wir fragten die Fischer in der Nähe. Der erste Versuch scheiterte und mein Seil riss. Toll jetzt auch kein Seil mehr. Langsam wurde es knapp und ich wollte natürlich nicht, dass Franzi ihren Flug verpasst. Wir fanden glücklicher Weise ein jungen Mann der ein Land Rover hat und auch ein Abschleppseil. Mit einem kräftigen Zug zog er uns aus dem Sand. Ja wir konnten uns endlich auf dem Weg zum Flughafen machen. Dann wurde es wiedermal ein Abschied aber erstmal ohne Wiedersehen auf meiner Reise. Wünsche Franzi Alles Gute auf ihrem weiteren Weg.
Ich machte mich in die Stadt. Christchurch wurde im Februar 2011 durch ein schweres Erdbeben stark beschädigt. Überall und in jeder Straße sieht man beschädigte Gebäude die leer stehen. Sehr viele Einwohner sind aus dem Zentrum in die umliegenden Stadtviertel gezogen. Am schwersten wurde das Zentrum getroffen. Christchurch so dermaßen flach, keine Berge und Hügel weit und breit. Abends wollte ich in eine Bar gehen und mal wieder ein Bier genießen. Leider waren alle drei Bars in der Gegend (lt. Google Maps) geöffnet. Dem war nicht so. Alles geschlossen bzw leer stehend. Restaurants, Hotels und Geschäfte leer und auf den Straßen sind keine Leute unterwegs und das um 19 Uhr. Zurück beim Auto beschloss ich mir mal wieder im Hostel zu schlafen und fand dort eine gute Bar. Prost :-)
Am nächsten Tag machte ich mich auf Job Suche. Dieses Thema wurde jetzt mal zeit. Meine Ersparnisse sehen immer schlechter aus und ich plante in Christchurch vier Wochen zu arbeiten. Wie gesagt ich plante dies.
Die Realität sieht anders aus. Nach einer Woche hatte ich immer noch keinen Job. Ich war sogar bei einer Zeitarbeitsfirma registriert aber auch hier ohne Erfolg. Ein weiterer Grund war, dass ich in den zwei Ostern Wochen suchte. Bei der Universität der Stadt lernte ich einen Studenten kennen, der mir sagte, dass die Studenten der Stadt die Jobs haben, da diese in den zwei Wochen nicht zur Uni müssen. Oh man, dass war gar nicht gut. Kein Job in Christchurch!!!
Neuer Plan, ich schaute nach einem Wwoofing Platz. Ich bekam auch einen Tag später eine Antwort von einem Paar, dass eine Schaffarm betreibt. Jedoch nicht zum Schafe scheren sondern einen Maler Job. Ich zögerte etwas noch da ich ebenfalls mit dem Gedanken spielte nach Queenstown und Dunedin zu fahren. Vielleicht finde ich dort einen Job aber dann erhielt ich von Ina eine Nachricht, dass Sie in Christchurch ist. Ina lernte ich ebenfalls im Fat Cat (Auckland) kennen. Wir trafen uns kurz darauf und verbrachten paar Tage in Christchurch. Meine Pläne mit Queenstown und Dunedin hatte ich abgehackt. Der Winter ist angekommen in Neuseeland. Oh mein Gott, die Nächte im Auto wurden täglich kälter und ich besaß weiterhin keine Winter Klamotten. In Queenstown fiel der erste Schnee. Ok ich fahre nicht in den Süden. Ina blieb noch paar Tage in Christchurch und ich fand einen Couchsurfing Platz in Christchurch für paar Tage. Dean bot mir an, paar Tage in seinem Gästezimmer zu schlafen. Ich traf mich am nächsten Tag gleich mit Dean und zog für eine Woche bei Ihm ein. Dean ist derzeit Arbeitssuchend hat jedoch kleinere Jobs von Freunden die ihn bezahlen. Ich suchte von dort weiterhin nach Jobs aber ohne Erfolg. So verging auch wieder diese Woche und ich zog weiter.

Ich sagte dem Paar in Oxford (eine Stunde von Christchurch entfernt) zu, dass ich den Maler Job mache. Es ist jetzt nicht wirklich ein wwoofing Job sondern eher Volunteering (freiwillige Arbeit für kostenloses Essen und Logis).
Ohne genau zu wiesen was mich dort erwartete fuhr ich nach Oxford. Mir wurde erstmal die Farm und die Tiere (Schafe, Hühner, Vögel und Hunde) gezeigt und dann meinen Arbeitsplatz. Ein großer TV Bereich im Wohnzimmer sollte gestrichen werden, sowie Decke, Holzregal und je nachdem wie lange ich bleiben möchte noch eine Wand in der Küche. Das Paar zog vor 4 Jahren dort ein, war jedoch zu sehr mit Job und den Tieren beschäftigt, dass die Arbeit am Haus liegen blieb. Sie bauten daher ein kleines Häuschen nebenan an, um freiwillige Helfer aufzunehmen (Volunteer). Auch ein echter Farmer für die Schafe lebt im Haus. Wir waren also dort zu viert. Ich hatte eine Arbeitszeit von 4 Stunden pro Tag und bekam Frühstück und Abendessen dafür und lebte mit in dem Haus. Konnte TV schauen (habe es nicht vermisst aber schön mal wieder auf einer Couch zuliegen und nen Film schauen) und in den Jacuzzi gehen. Dieser war im freien (abends unterm kalten Sternenhimmel im heißem Wasser entspannen). Mir ging es dort sehr gut und genoss die Zeit. Mein Englisch wurde so viel besser da ich nur mit diesen drei Leuten sprach und das ganze drei Wochen lang. Die freundlichsten Kiwi's die ich kennenlernen durfte.
Jedoch das aller beste war das Abendessen was mir täglich vorgelegt wurde. Lemonchicken, Chili con Carne, selbstgemachte Pizza, Tacos, Yorkshire Pudding, Seeteufel, Thai Curry und noch soviel anderes. Ich schaffte es jedoch nicht zu zulegen. Habe paar Kilos auf meiner Reise verloren aber zulegen wollte ich nicht :-)

Die Tage vergingen und meine Maler arbeiten waren zu ende. Ich konnte vier Tage ohne zu arbeiten länger bleiben da die sehr mit meiner Arbeit zufrieden waren.
Bin wohl so ein guter Maler, wie mein Papa :-)
Ich zog jedoch schon nach zwei Tagen weiter. Zum Abschied kaufte mir das Paar noch Lebensmittel und Getränke für die weitere Reise ein. Die besten Gastgeber ever.

Meine Reise ging von Oxford zum Arthurs Pass. Die Fahrt dauert ca 2 Stunden und ich wollte einen der höchsten Berge Neuseelands sehen aber leider war es so nebelig, dass ich nichts sehen konnte. Es sind noch ca 5 Wochen die ich in Neuseeland bin. Ich musste mich spürten, den diese Wochen können so schnell vergehen.
Ich machten eine stop in Greymounth und Westport. Regen über regen und ich hatte keine weitere Pläne bei diesem Wetter. Ich beschloss zurück auf die Nordinsel zufahren. Meine Zeit auf der Südinsel anfangs super schön aber wenn das Wetter nicht mitspielt macht es nicht so viel Lust und Spaß. Ich machte mich auf den Weg nach Nelson. Ein super schöne Stadt zu besichtigen. Nachmittags sollte es aber auch hier wieder regnen und ich hatte dann genug. Noch in Nelson buchte ich für den gleichen Tag die Nachtfähre von Picton nach Wellington. Sobald ich die Bestätigung hatte stieg ich ins Auto und fuhr nach Picton. Ich hatte von dem Regen genug. Auch in Picton regen über regen. Ich hatte noch paar Stunden bis die Fähre ablegte. Ich holte mir mein Ticket am Schalter und die nette Dame fragte mich ob ich mir sicher bin heute die Fähre zunehmen. Es könnte etwas stürmisch werden. Damit rechnete ich bereits. Naja was soll's. In paar Stunden bin ich wieder in Wellington.
Die Fähre war auf gut deutsch "zum kotzen".  Es waren wenig Passagiere auf der Fähre aber die, die ich sah rannten zum Klo hin und her. Der Wellengang war so stark, dass es mich öfters fast aus dem Sitz geschaukelt hat. Ich schaffte es trotzdem eine Stunde zu schlafen und dann sah ich auch schon Wellington in der Ferne.

Extra: Ich vergaß die Erdbeben. In der kompletten Zeit auf der Südinsel fühlte ich insgesamt 12 Erdbeben. Davon 7 nachts im Auto, vier in Gebäuden und eins als ich gerade beim Friseur war. Ein sehr seltsames Gefühl wenn man darauf wartet, dass es aufhört und paar Minuten später es wieder anfängt. Viele Bewohner von Christchurch haben große Angst, dass sich wieder ein großes Erdbeben ereignet doch sie lieben die Stadt zu sehr, um diese zu verlassen. Ich würde gerne Christchurch in paar Jahren wieder aufgebaut sehen. Viele Neuseeländer sagen, dass es die schönste Stadt des Landes war.

Next: Zurück in windy Wellington und meine Reise nach Auckland