Samstag, 6. Juni 2015

Südinsel mit seinen Schafen und Erdbeben

Die Fähre von der windigen Stadt Wellington ins regnerische Picton dauerte ca 4 Stunden. Bei heftigen Seegang kann einem schon mal übel werden. Wir wurde es zumindest unwohl. Ich blieb keine Stunde in Picton und mein Auto führte mich gleich weiter. Ich merkte sofort, dass Flora und Fauna von der Südinsel anders war. Erstmal viel brauner und trockener aber zugleich wärmer als gedacht. Glücklicher Weise regnete es nach Picton nicht mehr. Mein Ziel war erstmal Kaikoura. Von Picton nach Kaikoura sind es gerade mal 160 km und in zwei Stunden abgefahren, dachte ich mir. Leider war die Strecke dermaßen kurvig, dass ich 4 Stunden brauchte um endlich anzukommen. Ich wurde dort bereits erwartet. Franzi, meine Reisebegleiterin aus Thailand und Laos wartet auf mich. Wieder ein schönes Wiedersehen alter Wegbegleiter nach all der Zeit. Wir quatschen bei einem gemütlichen Bier über unsere Erlebnisse und Wege und verabredeten uns gleich für den nächsten Tag wieder. Franzi buchte eine Angeltour im voraus und ich verbrachte einen gemütlichen Tag am Strand von dem Campingplatz wo ich mal wieder im Auto schlief. Zur Mittagszeit verabredeten wir uns am Strand zum Fish und Chips essen. Franzi fing auf ihrer Tour mehrere Fische die Sie mitnehmen durfte.
Kaikoura ist die Stadt in Neuseeland mit dem besten und Leckerstem Fish & Chips Geschäften. Viele Kiwi's fahren den langen Weg dorthin um essen zu gehen. Die Geschäfte bieten einem sogar an, den selbstgefangen Fisch zu zubereiten (für paar Dollar). Franzi machte dies und wir genossen die Sonne und das leckere Essen.
Franzi erhielt desweiteren eine Einladung für den Abend zum Essen von dem Anglerguide und durfte sogar noch jemanden mitbringen.
Perfekt für uns beide. Wir fuhren dort hin und wurden sehr freundlich empfangen. Der Angler lebt dort mit seiner Familie und hat derzeit zwei Wwoofer (freiwillige Helfer für kostenlose Übernachtung und Essen). Die zwei Wwoofer werden gerade ins kochen eingeteilt und machten uns das Essen für den Abend.
Hummer, Krebse, Fisch und Muscheln und das alles mega frisch. Unglaublich lecker und mega viel, zu viel vielleicht. Den dann erst kam das Abendessen (Rinderbraten, Kartoffeln und Salat). Wir waren mehr als satt und erstaunt, was uns alles serviert wurde. Ein herrlicher Abend.
Am nächsten Tag machten wir uns gemeinsam nach Christchurch. Franzi hatte nachmittags ihren Flug nach Australien. Wir machen noch ein Stop am Strand. Die Straße da hin sah auf den ersten Blick gut aus, jedoch dem war nicht so.
Der Sand war zu weich und dann passierte das was ich kommen sah. Mein Auto blieb im Sand stecken. Oh Shit!!!
Wir hatten noch etwas Zeit zum Flughafen aber was ist wenn ich nicht raus komme.
Wir gruben mit unseren Händen aber ohne Erfolg. Mit dem Auspuff im Sand. Keine Chance mit graben. Wir fragten die Fischer in der Nähe. Der erste Versuch scheiterte und mein Seil riss. Toll jetzt auch kein Seil mehr. Langsam wurde es knapp und ich wollte natürlich nicht, dass Franzi ihren Flug verpasst. Wir fanden glücklicher Weise ein jungen Mann der ein Land Rover hat und auch ein Abschleppseil. Mit einem kräftigen Zug zog er uns aus dem Sand. Ja wir konnten uns endlich auf dem Weg zum Flughafen machen. Dann wurde es wiedermal ein Abschied aber erstmal ohne Wiedersehen auf meiner Reise. Wünsche Franzi Alles Gute auf ihrem weiteren Weg.
Ich machte mich in die Stadt. Christchurch wurde im Februar 2011 durch ein schweres Erdbeben stark beschädigt. Überall und in jeder Straße sieht man beschädigte Gebäude die leer stehen. Sehr viele Einwohner sind aus dem Zentrum in die umliegenden Stadtviertel gezogen. Am schwersten wurde das Zentrum getroffen. Christchurch so dermaßen flach, keine Berge und Hügel weit und breit. Abends wollte ich in eine Bar gehen und mal wieder ein Bier genießen. Leider waren alle drei Bars in der Gegend (lt. Google Maps) geöffnet. Dem war nicht so. Alles geschlossen bzw leer stehend. Restaurants, Hotels und Geschäfte leer und auf den Straßen sind keine Leute unterwegs und das um 19 Uhr. Zurück beim Auto beschloss ich mir mal wieder im Hostel zu schlafen und fand dort eine gute Bar. Prost :-)
Am nächsten Tag machte ich mich auf Job Suche. Dieses Thema wurde jetzt mal zeit. Meine Ersparnisse sehen immer schlechter aus und ich plante in Christchurch vier Wochen zu arbeiten. Wie gesagt ich plante dies.
Die Realität sieht anders aus. Nach einer Woche hatte ich immer noch keinen Job. Ich war sogar bei einer Zeitarbeitsfirma registriert aber auch hier ohne Erfolg. Ein weiterer Grund war, dass ich in den zwei Ostern Wochen suchte. Bei der Universität der Stadt lernte ich einen Studenten kennen, der mir sagte, dass die Studenten der Stadt die Jobs haben, da diese in den zwei Wochen nicht zur Uni müssen. Oh man, dass war gar nicht gut. Kein Job in Christchurch!!!
Neuer Plan, ich schaute nach einem Wwoofing Platz. Ich bekam auch einen Tag später eine Antwort von einem Paar, dass eine Schaffarm betreibt. Jedoch nicht zum Schafe scheren sondern einen Maler Job. Ich zögerte etwas noch da ich ebenfalls mit dem Gedanken spielte nach Queenstown und Dunedin zu fahren. Vielleicht finde ich dort einen Job aber dann erhielt ich von Ina eine Nachricht, dass Sie in Christchurch ist. Ina lernte ich ebenfalls im Fat Cat (Auckland) kennen. Wir trafen uns kurz darauf und verbrachten paar Tage in Christchurch. Meine Pläne mit Queenstown und Dunedin hatte ich abgehackt. Der Winter ist angekommen in Neuseeland. Oh mein Gott, die Nächte im Auto wurden täglich kälter und ich besaß weiterhin keine Winter Klamotten. In Queenstown fiel der erste Schnee. Ok ich fahre nicht in den Süden. Ina blieb noch paar Tage in Christchurch und ich fand einen Couchsurfing Platz in Christchurch für paar Tage. Dean bot mir an, paar Tage in seinem Gästezimmer zu schlafen. Ich traf mich am nächsten Tag gleich mit Dean und zog für eine Woche bei Ihm ein. Dean ist derzeit Arbeitssuchend hat jedoch kleinere Jobs von Freunden die ihn bezahlen. Ich suchte von dort weiterhin nach Jobs aber ohne Erfolg. So verging auch wieder diese Woche und ich zog weiter.

Ich sagte dem Paar in Oxford (eine Stunde von Christchurch entfernt) zu, dass ich den Maler Job mache. Es ist jetzt nicht wirklich ein wwoofing Job sondern eher Volunteering (freiwillige Arbeit für kostenloses Essen und Logis).
Ohne genau zu wiesen was mich dort erwartete fuhr ich nach Oxford. Mir wurde erstmal die Farm und die Tiere (Schafe, Hühner, Vögel und Hunde) gezeigt und dann meinen Arbeitsplatz. Ein großer TV Bereich im Wohnzimmer sollte gestrichen werden, sowie Decke, Holzregal und je nachdem wie lange ich bleiben möchte noch eine Wand in der Küche. Das Paar zog vor 4 Jahren dort ein, war jedoch zu sehr mit Job und den Tieren beschäftigt, dass die Arbeit am Haus liegen blieb. Sie bauten daher ein kleines Häuschen nebenan an, um freiwillige Helfer aufzunehmen (Volunteer). Auch ein echter Farmer für die Schafe lebt im Haus. Wir waren also dort zu viert. Ich hatte eine Arbeitszeit von 4 Stunden pro Tag und bekam Frühstück und Abendessen dafür und lebte mit in dem Haus. Konnte TV schauen (habe es nicht vermisst aber schön mal wieder auf einer Couch zuliegen und nen Film schauen) und in den Jacuzzi gehen. Dieser war im freien (abends unterm kalten Sternenhimmel im heißem Wasser entspannen). Mir ging es dort sehr gut und genoss die Zeit. Mein Englisch wurde so viel besser da ich nur mit diesen drei Leuten sprach und das ganze drei Wochen lang. Die freundlichsten Kiwi's die ich kennenlernen durfte.
Jedoch das aller beste war das Abendessen was mir täglich vorgelegt wurde. Lemonchicken, Chili con Carne, selbstgemachte Pizza, Tacos, Yorkshire Pudding, Seeteufel, Thai Curry und noch soviel anderes. Ich schaffte es jedoch nicht zu zulegen. Habe paar Kilos auf meiner Reise verloren aber zulegen wollte ich nicht :-)

Die Tage vergingen und meine Maler arbeiten waren zu ende. Ich konnte vier Tage ohne zu arbeiten länger bleiben da die sehr mit meiner Arbeit zufrieden waren.
Bin wohl so ein guter Maler, wie mein Papa :-)
Ich zog jedoch schon nach zwei Tagen weiter. Zum Abschied kaufte mir das Paar noch Lebensmittel und Getränke für die weitere Reise ein. Die besten Gastgeber ever.

Meine Reise ging von Oxford zum Arthurs Pass. Die Fahrt dauert ca 2 Stunden und ich wollte einen der höchsten Berge Neuseelands sehen aber leider war es so nebelig, dass ich nichts sehen konnte. Es sind noch ca 5 Wochen die ich in Neuseeland bin. Ich musste mich spürten, den diese Wochen können so schnell vergehen.
Ich machten eine stop in Greymounth und Westport. Regen über regen und ich hatte keine weitere Pläne bei diesem Wetter. Ich beschloss zurück auf die Nordinsel zufahren. Meine Zeit auf der Südinsel anfangs super schön aber wenn das Wetter nicht mitspielt macht es nicht so viel Lust und Spaß. Ich machte mich auf den Weg nach Nelson. Ein super schöne Stadt zu besichtigen. Nachmittags sollte es aber auch hier wieder regnen und ich hatte dann genug. Noch in Nelson buchte ich für den gleichen Tag die Nachtfähre von Picton nach Wellington. Sobald ich die Bestätigung hatte stieg ich ins Auto und fuhr nach Picton. Ich hatte von dem Regen genug. Auch in Picton regen über regen. Ich hatte noch paar Stunden bis die Fähre ablegte. Ich holte mir mein Ticket am Schalter und die nette Dame fragte mich ob ich mir sicher bin heute die Fähre zunehmen. Es könnte etwas stürmisch werden. Damit rechnete ich bereits. Naja was soll's. In paar Stunden bin ich wieder in Wellington.
Die Fähre war auf gut deutsch "zum kotzen".  Es waren wenig Passagiere auf der Fähre aber die, die ich sah rannten zum Klo hin und her. Der Wellengang war so stark, dass es mich öfters fast aus dem Sitz geschaukelt hat. Ich schaffte es trotzdem eine Stunde zu schlafen und dann sah ich auch schon Wellington in der Ferne.

Extra: Ich vergaß die Erdbeben. In der kompletten Zeit auf der Südinsel fühlte ich insgesamt 12 Erdbeben. Davon 7 nachts im Auto, vier in Gebäuden und eins als ich gerade beim Friseur war. Ein sehr seltsames Gefühl wenn man darauf wartet, dass es aufhört und paar Minuten später es wieder anfängt. Viele Bewohner von Christchurch haben große Angst, dass sich wieder ein großes Erdbeben ereignet doch sie lieben die Stadt zu sehr, um diese zu verlassen. Ich würde gerne Christchurch in paar Jahren wieder aufgebaut sehen. Viele Neuseeländer sagen, dass es die schönste Stadt des Landes war.

Next: Zurück in windy Wellington und meine Reise nach Auckland

2 Kommentare:

  1. So nun sind es nur noch fünf Tage, genieße diese. Wir freuen uns sehr auf Dich. :-)

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  2. Wie schön Thomas,bald bist du wieder da !!! Liebe Grüße ,Anita

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